Dieselkampagne

Dieselkampagne - Unterwegs mit Jan - Ulrich Weiß

“Die spinnen doch”

Diesen Satz hört der Abgeordnete Jan-Ulrich Weiß immer und immer wieder in den letzten zwei Tagen. Die Worte stammen von Dieselfahrern auf Autobahnrastplätzen im Bundesland Brandenburg. Jan-Ulrich Weiß ist Mitglied des Landtags und unterwegs um die Dieselkampagne seiner AfD-Fraktion unter die Leute zu bringen.

Zum Schutz der Gesprächspartner des Abgeordneten wird dieser Bericht Orte und Namen so behandeln, dass entsprechenden Personen keine Nachteile entstehen. Leider ist das in Deutschland im Jahr 2018 notwendig.

Am Montag den 16. Juli startet der Abgeordnete Weiß zu seinen sozusagen “mobilen Diesel-Informationsständen” auf Brandenburger Autobahnen. Der erste Rasthof ist schnell gefunden. Hauptsächlich stehen hier Brummifahrer aus Polen. Aber auch solche mit deutscher Werbung und polnischen Kennzeichen. Das aber ist ein anderes Thema und nicht Gegenstand dieses Berichts. Jan-Ulrich Weiß läuft die einzelnen LKW ab. Ein Mann in kurzen Hosen und T-Shirt läuft ihm entgegen. Der Zwei-Meter-Mann Weiß spricht ihn an. Ja er ist LKW-Fahrer, der Rote Benz dort vorne ist seiner. Was er von der aktuellen Diesel-Diskussion hält? „Die spinnen doch:“

Der Fahrer machte gerade noch einen gemütlichen Eindruck. Damit ist es aber schlagartig vorbei. Schnell redet er sich in Rage. „Wir haben ja keine anderen Probleme in Deutschland. Ich hätte gerne ausreichend Parkflächen. Aber nein, ich bin gezwungen auf eigene Kosten meine Lenkzeiten zu überschreiten. Dann steht immer schon einer von der Ordnungsmacht und soll kassieren. Die wissen auch, dass es zu wenig Parkflächen gibt. Die kennen das Problem.“
Nach Recherchen der Lausitzer Rundschau werden mindestens weitere 1000 bis 1500 Plätze benötigt. Die MOZ berichte am 08.07.2018 davon, dass der Ausbau der LKW-Plätze im Bundesland hinterher hinkt. Auch sogenannte Parkleitsysteme helfen nicht wirklich. Ein Fernsehbericht des Team Wallraff vor wenigen Tagen enthüllt, da zeigt so ein Leitsystem schon mal gerne 150 freie LKW-Parkplätze an, wo weit und breit keiner einziger Stellplatz zu sehen ist.
„Kassieren müssen die aber trotzdem, wenn ich zu viel drüber bin“, so der Trucker weiter. „Und nun diese Schwachsinns-Diskussion. Womit sollen wir denn in Zukunft fahren. Mit E-Motoren?“

Der Mann macht eine wohlbekannte Handgeste vor seinem Kopf. Der Abgeordnete Weiß erklärt ihm, wie die AfD-Fraktion im Landtag von Brandenburg zum Thema Diesel steht. Darauf gehen wir am Ende des Beitrags genauer ein. Der Fahrer sagt er muss nun langsam los. Zeit ist Geld. Ausgestattet mit Aufklebern, Flyern und Feuerzeugen steigt er in seinen Truck. Weiß reicht ihm noch einen Kaffee und wünscht „Gute Fahrt“.

DER LKW-VETERAN

Nach einigen weiteren Gesprächen will der Abgeordnete Weiß gerade zur nächsten Raststätte. Als er in den Fraktionsbus steigen will tönt es hinter ihm. „Bist du von der AfD?“ „Bin ich“, antwortet der Mann aus dem Landtag. „Ihr macht das richtig“ sagt der Mann. Er spricht von der AfD und ihrem Wirken. Der Nutzfahrzeugführer ist schon seit Jahren auf Europas Straßen unterwegs. Er hat Jan-Ulrich Weiß bei seinen Gesprächen beobachtet. Die beiden Männer sprechen auf einmal eine besonderen Sprache.

Das muss wohl „LKWisch“ sein. Der Trucker wirkt wie um die 60zig. Er hat eine Menge zu erzählen. Fahrten um Calais herum versucht er möglichst zu vermeiden. In der jüngsten Vergangenheit spielen sich dort in Frankreich Dramen auf der Straße ab. Weiß hört viel zu und spricht wenig. Und so schüttet ihm ein Mann der deutlich älter ist als er selbst sein Herz aus. Irgendwie landet das Thema dann doch noch beim Diesel. Der Abgeordnete gibt das entsprechende Material der Fraktion weiter.
Die Fahrt führt weiter durch Brandenburg. Ja, dieses Bundesland kann selbst von der Autobahn aus gesehen entzücken. Rechts stehen Pferde auf einer weiträumigen Koppel. Kurz kann man ihre Rangordnungsspiele beobachten. Nun gut, dann folgt die nächste Baustelle. Wer in Brandenburg unterwegs ist, der kennt diesen Anblick.

Hat schon jemand darüber nachgedacht wie viele Abgase hier im Stand oder bei extrem langsamer Fahrt in die Luft geblasen werden? Und warum sieht man auf so vielen Baustellen kaum Arbeiter? Also warum diese Hindernisse. Umweltverträglich ist dieser Zustand sicherlich nicht.

Der Handwerker

Auf dem nächsten Rastplatz stehen hauptsächlich nur Lastkraftwagen aus Osteuropa. Hier wird es nicht viel zu reden geben. Doch weit gefehlt. Jan-Ulrich Weiß hat ein paar Handwerker angesprochen. Diese machen gerade Pause. Einer hat geschmierte Brote in der Hand. „Von Muttern?“ fragt Weiß. Und schon ist das Eis gebrochen. Was in den ersten Sätzen noch wie belanglose Blödelei wirkt, dass entpuppt sich schnell zu einem ernsthaften Gespräch. Es sind Zimmerleute. Einer, der noch etwas Abseits stand mischt sich nun ins Gespräch. Er ist der Zimmermannsmeister. Es ist seine Firma. Zu seiner kleinen, bescheidenen Flotte gehören fünf Transporter.
Seine Gesellen lachen. „Ich hab mir ihn gerade beim vorsprechen vorgestellt, das wird nix.“ Die Männer nehmen es mit Humor. Noch sagen sie, aber das Thema ist ernst. Auch sie nehmen das Infomaterial zur Dieselkampagne an. Der eine betrachtet das AfD-Feuerzeug mit dem integrierten Flaschenöffner. Dann schaut er auf seinen Hammer und grinst. An diesem Tag gibt es noch einige interessante Gespräche, doch wird dieser Bericht zu lang, wenn wir uns jeder Unterhaltungen widmen.
Und wieder fällt der Satz „Die spinnen doch.“. Der Zimmerer sagt er könne zumachen, wenn sich dieser Schei… durchsetzt. Was die Herrschaften glauben, was er verdienen würde sagt er. Auftragslage hin oder her, bei dieser Konkurrenz ist alles verdammt eng. „Wenn es so weiter geht, kann ich mich noch mal Schmalmachen gehen. Da habe ich wenigsten Verpflegung und Unterkunft sicher.“

Am nächsten Morgen

Es ist 5.30 Uhr am Dienstag den 17.07.2018 und der nächste Tag „mobile Dieselstände“ beginnt. Der Abgeordnete des Brandenburger Landtags kommt mit früh aufstehen anscheinend bestens zurecht. Mit einem Kaffee und Papierkram in den Händen steigt er in den Fraktionsbus. Seine Laune ist super. Ehrlich gesagt, so gute Laune am frühen Morgen ist kaum auszuhalten. Einige Minuten nach seinem „los gehts“ befinden wir uns wieder auf der Autobahn.

Der Pole

Es wurde schon erwähnt viele polnische Brummis fahren über die Brandenburger Autobahnen. Das Bundesland spielt im Güterverkehr eine entscheidende Rolle. Brandenburg ist ein immer wichtigeres Transitland. Der derzeitige Ausbau der Autobahnen wird dem in keiner Weise gerecht. Ein polnischer Fahrer mit guten Deutschkenntnissen berichtet von genau diesem Zustand.

„Die Deutschen haben Probleme. Autobahnen schlecht. Gefährlich für Menschen, nicht Diesel so gefährlich für Leute.“

Leider hat der Mann Recht. Zum Bespiel ereigneten sich im April diesen Jahres besonders tragische Unfälle mit LKW-Beteiligung. Auf der A 13 wurde zwischen den Anschlussstellen Staakow und Baruth ein Pkw von zwei Lastern eingeklemmt. Zwei Frauen starben, ein elfjähriges Kind wurde schwer und fünf weitere Personen leicht verletzt. Am frühen Morgen des selben Tages war auf der A 12 schon ein Sattelzug auf einen Schwerlast-Transporter aufgefahren. Dabei wurde ein weiteres Fahrzeug zerquetscht, dessen Fahrer starb. Der Pole wundert sich angesichts solcher alarmierender Zustände nur noch über die deutsche Dieseldiskussion.

Die Familie

Die Familie macht Urlaub im Süden Deutschlands. Irgendwann stellt sich heraus, für mehr reicht das Geld nicht. Aber Deutschland ist schön und viele Orte sind einen Besuch wert. Und zum Glück hat die Familie ihren zuverlässigen wenn auch etwas älteren Familien-Van. Noch, so klärt der Abgeordnete sie auf. „Und damit das auch so bleibt sollten Sie evtl. einmal lesen was, die AfD zu diesem Thema sagt.
Nachdem der AfD-Abgeordnete Jan-Ulrich Weiß an diesem Tag noch viele Gespräche mit LKW- und Kleintransporter- Fahrern führt und Informationsmaterial verteilt, trifft er auf eine deutsche Familie. Sie ist mit ihren drei kleinen Kindern auf dem Weg in den Urlaub. Ihr Fahrzeug wird von einem Dieselmotor angetrieben.

Am Anfang wirkt es nicht so, als würde es zu einem Gespräch kommen. Die Eltern wirken eher wie klassische Links-Wähler. Doch ein Abgeordneter der AfD-Fraktion lässt sich nicht schrecken. Zwei Kaffee, in Bechern mit AfD-Aufdruck, werden kurzerhand übergeben. Etwas verwirrt schauen die Beiden nun schon. „Ein Diesel richtig?“, spricht Weiß die Leute an. „Ja, aber nicht, nee nicht AfD, also nee wir nicht“ stammeln die Reisenden. „Alles gut, ist nicht schlimm“, antwortet der Politiker aus seiner ihm gegebenen Sprechhöhe. Nach weiterem Gestammel lässt sich der Familienvater doch auf ein Gespräch ein. Die Mutter schaut angesäuert, aber auch ihre Miene klart während der Unterhaltung auf.

Kein Diesel ist illegal

Der Anti-Diesel-Wahnsinn muss gestoppt werden! Der Abgeordnete Weiß macht klar, die AfD widersetzt sich der Enteignung von Dieselbesitzern. Die Dieselfahrer im Bundesland müssen vor Fahrverboten bewahrt werden. Die politische Hysterie um Dieselfahrzeuge muss schnellstens beendet und zu einer sachlichen Diskussion zurückgekehrt werden. Darum läuft die Aufklärungskampagne der AfD-Fraktion in Brandenburg. Mit Informationsständen, Broschüren und Plakaten klären wir über den Irrsinn der rot-grün-schwarzen Umwelt- und Verkehrspolitik auf, verdeutlicht Jan-Ulrich Weiß. Auch der Antrag der AfD-Fraktion „Pendler und Unternehmen schützen –Weiterbetrieb der Diesel- und Benzinmotoren bis 2050 sichern!“ befasst sich im Landtag mit diesem Thema.

Die Familie steigt in Ihren Mini-Van. Sie wirken nachdenklich. Auch sie haben das Material der AfD-Fraktion mit in ihr Auto genommen. Am Ende schaute die Mutter nur etwas verdutzt als ihr Mann auch ein Werbefeuerzeug von Jan-Ulrich Weiß entgegennahm.
Autor: Stev Drews